Harmonium Kapellenhöhe

Dreispieliges Amerikanisches Harmonium von ca. 1910:

Reinigung und Restaurierung

 

Derzeit wird ein ca. 100 Jahre altes Saugwindharmonium aus Privatbesitz umfangreich restauriert. Das Instrument enthält drei Spiele und diverse Modifikationen. Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall war das Instrument zuletzt nicht mehr spielbereit. Motten hatten sich an diversen Filzdichtungen gütlich getan, und das Innere der Spielanlage diente offenbar lange Zeit Mäusen als Wohnung.

Darüber hinaus sind die 100 Jahre Benutzung nicht spurlos an den Bauteilen vorüber gegangen; vor allem die Balgbespannungen wiesen erhebliche Löcher auf.

Es gibt also viel zu tun:

 

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Nach vorsichtiger Demontage aller Einbauten konnte mit der Revision des Windkastens und der Kanzellenfräsungen begonnen werden.

 

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Bei der Aufarbeitung der Mechanikteile wurde das historische Material soweit irgend möglich wiederverwendet, nur bei den gänzlich irreparablen Bauteilen wurde angemessener Ersatz verwendet.

 

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Die Balganlage, bestehend aus Schöpfbälgen und Magazinbalg, wurde komplett demontiert. Die stark beschädigten Balgplatten wurden innen mit Leder und Gummituch abgedichtet. Die Balgplatte des Magazins wurde zudem außen mit Papier kaschiert. Abschließend wurden alle Bälge neu mit hochwertigem Gummituch bespannt.

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Die Spieltraktur wurde komplett aufgearbeitet, einige Stecher waren von Mäusen so stark angenagt, daß sie ersetzt werden mußten. Durch starken Nässeeintrag war die Koppelmechanik sehr stark beschädigt und mußte intensiv restauriert werden, um eine angenehme Spielart mit präziser Repetition zu erlangen.

 

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Der Spieltisch war in leidlich gutem Zustand, allerdings waren die Registerschilder teilweise vertauscht, einige fehlten oder waren unpassend ersetzt. Zudem fehlten zwei Manubrien vollständig. Nach umfangreichen Recherchen konnten neue Porzellanplaketten passend neu angefertigt werden. Die fehlenden Knöpfe wurden nach den vorhandenen formgetreu neu gedrechselt.

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Nach dem Zusammenbau des Instruments mit intensiver Intonations- und Stimmphase und gründlicher Aufarbeitung der Gehäuseteile präsentiert sich das Harmonium nun wieder als wahres Schmuckstück, das sowohl optisch als auch akustisch die intensiven Restaurierungsarbeiten gerechtfertigt erscheinen läßt.
Die nachfolgenden drei Bilderpaare mögen einen kleinen Eindruck vom Erfolg der Restaurierung geben:

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