Stiftskirche Steterburg

Ev.-luth. Stiftskirche Steterburg, II / P / 18

 

Sanierung und Erweiterung der Orgel

 

In der prächtigen Stiftskirche in Salzgitter-Steterburg aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in der Folge des Kirchbaus auch eine Orgel installiert, von der noch das Gehäuse vorhanden ist. Auch enthalten aktuell noch einige Register historische Pfeifen, die möglicherweise aus dem ursprünglichen Instrument stammen. Im 19. Jahrhundert wurde die Orgel zweimal um- bzw. neugebaut, wobei das Gehäuse stets übernommen wurde. Auch als 1975 eine vollmechanische Schleifladenorgel von Peter Reichmann, Braunschweig, errichtet wurde, blieb das Gehäuse bestehen. Diese vierte Orgel in der Kirche bedarf aktuell einer sehr gründlichen Sanierung, da viele Bauteile durch Verschleiß und Anobienbefall abgängig sind. Zudem muss die Spielmechanik so umgebaut werden, dass die Maße im Spieltisch den aktuellen Normen gerecht werden. Da das historische Gehäuse die obere Begrenzung der Spielnische vorgibt, muss der Spieltisch etwas in den Emporenboden eingelassen werden.

 

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Für diese Arbeiten ist es notwendig, die Trakturen weitestgehend auszubauen. Dies ermöglicht ein gründliches Aufarbeiten aller Teile und ein strukturiertes Neuanlegen der umzubauenden Bauteile.

 

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Die Prospektpfeifen in den Seitenfeldern haben enorme Überlängen, was dazu führt, dass sie zum Verbiegen neigen. Hier wird Abhilfe durch neue zusätzliche Pfeifenraster geschaffen. Zudem bekommen die Pfeifen eingelötete Brücken in den rückwärtigen Ausschnitten.

 

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In der Werkstatt werden derweil die Bauteile des Spieltischs aufgearbeitet oder neu gefertigt, so dass in Kürze der Einbau beginnen kann. Das neue zusätzliche Register "Posaune 16'" im Pedal fordert viel Kreativität, um die Ansteuerung des Registers zwischen Spieltisch und Windlade in die bestehende Mechanik zu integrieren. In diesem Zuge wird auch die Spieltischelektrik komplett neu angelegt.

 

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Im Oberwerk, welches mit einem geschlossenen kasten und Schwellklappen versehen ist, stehen die Pfeifen sehr eng. Um wenigstens ein wenig Entspannung zu erzeugen, werden einige Pfeifen von "Gedackt 8'" und "Nachthorn 4'" abgeführt und an der Orgelrückwand platziert. Das Oberwerk enthält einige historische Pfeifenreihen, die ein wenig die lange Geschichte des Instrument repräsentieren. 

 

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Das Pfeifenwerk des Hauptwerks stand in brüchigen Fichtenholzrastern, die aufwändig mit Birkenmultiplex aufgedoppelt wurden. Dabei konnten diverse Fehlstellungen der Pfeifen korrigiert werden. Im Hauptwerk wurden die Pfeifen des "Prinzipal 8'" um 2 Halbtöne gerückt, um dem Klang mehr Intensität zu verleihen. Zusammen mit der Erhöhung des Winddrucks kann nun bei der Intonation eine deutlich größere Bandbreite zwischen den einzelnen Registern erzeugt werden. Im Hautwerk wurde zudem das wenig gebrauchsfreundliche Register "Dulzian 16'" durch eine "Trompete 8'" ersetzt.

 

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Die letzten Arbeiten stehen an: die Intonation der Zungenregister und die Regulierung der Tontraktur einschließlich Koppelapparat; aber bis zum 22. August 2026 ist sicher alles fertig, denn dann erfolgt die festliche Wiedereinweihung!

 

 

 

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